
Nikon kündigt Einsteiger-Vollformatkamera Z5II C an
Die Nikon Z5II C bietet einen relativ günstigen Einstieg in die Vollformat-Fotografie. Sie kommt aber nur für Leute in Frage, die keinen Sucher brauchen.
Langsam wird es auch bei Nikon etwas kompliziert mit dem Sortiment und den Modellnamen. Die Z5 startete 2020 als die günstigste spiegellose Vollformatkamera im Nikon-Sortiment. 2025 kam das Nachfolgemodell Z5II auf den Markt. Und jetzt eine Art Variante davon: Die Z5II C ist vereinfacht gesagt eine Z5II ohne Sucher. Dadurch ist sie etwas kompakter.
Eigentlich sollte sie ohne den Sucher günstiger sein, und in der Theorie ist sie das auch. Nikon empfiehlt als Verkaufspreis für die Z5II 1899 Franken, für die Z5II C 1549 Franken. Bloss ist der reale «Strassenpreis» der Z5II einiges tiefer: Du bekommst diese Kamera für unter 1400 Franken. Weil die Z5II C noch nicht erhältlich ist und daher nur die UVP bekannt ist, scheint sie im Moment teurer, aber das wird sich bestimmt rasch einpendeln.

Quelle: Nikon
Gute Lowlight-Eigenschaften
Als Sensor kommt der bewährte 24-MP-Veteran zum Einsatz, der sich auch in der regulären Z5II oder auch der Z f befindet. Er bietet zwar nicht die höchste Auflösung, dafür aber sehr gute Eigenschaften bei wenig Licht. Dazu passt der Autofokus, der laut Nikon selbst bei einem Lichtwert von –10 EV noch funktioniert. Das ist auch 2026 noch ein sehr guter Wert und erlaubt die Nutzung des Autofokus bei schwachem Mondlicht. Ebenfalls praktisch bei schwachem Licht ist der eingebaute Bildstabilisator (IBIS). Er kompensiert laut Nikon bis zu 7,5 Belichtungsstufen. Damit bietet die Nikon Z5II C ein gutes Gesamtpaket für Aufnahmen bei wenig Licht.

Quelle: Nikon
Auch die Autofokus-Geschwindigkeit entspricht der Z5II. Die Motiverkennung umfasst zehn verschiedene Subjekte – neu erkennt die Nikon-Kamera auch Fische. Das Konzept des kompakten Gehäuses ohne Sucher würde sich gut für die Unterwasserfotografie eignen. Allerdings braucht es dafür einen Dritthersteller, der ein passendes Unterwassergehäuse anbietet.
Auf Einsteiger ausgerichtet
Die Nikon Z5II C richtet sich an Einsteigerinnen und Einsteiger. Und zwar an jüngere, die auf kurze Distanz scharf sehen – ein Sucher böte den Altersweitsichtigen eine Dioprienkorrektur. Die Kamera hat eine eigene Taste, um einen Bildstil auszuwählen, Nikon nennt diese Stile «Rezepte». In der Nikon Cloud stehen 140 Rezepte zur Auswahl, auf der Kamera selbst hast du zehn davon gleichzeitig zur Verfügung. Für diese Kamera hat Nikon zudem die guten alten Motivprogramme wieder ausgegraben. Sie stellen die Kamera für das jeweilige Motiv sinnvoll ein und sind eine Hilfe für alle, die keinen Plan haben, wie man das manuell macht.
Einsteiger werden vermutlich auch nicht zwei Fächer für Speicherkarten brauchen. Dass die Z5II C nur eines hat, finde ich dennoch überraschend, die Z5 II hat nämlich zwei.

Quelle: Nikon
Praktisch für Videos
Wer sich als Youtuber versuchen will, hat bei der Nikon Z5II C ein paar kleine Hilfen. Ein spezieller Autofokus-Modus stellt automatisch auf ein Produkt scharf, sobald man dieses in die Kamera hält. Der Bildschirm ist um 180 Grad drehbar, wodurch du dich selbst siehst, wenn du vor der Kamera stehst. Ein Aufnahmelicht auf der Frontseite signalisiert zudem, ob die Aufnahme läuft. Die Nikon Z5II C hat Anschlüsse für Kopfhörer, Mikrofon und Micro-HDMI-Kabel.

Quelle: Nikon
Wie die Z5II kann auch die Z5II C Videos in 4K und Oversampling-Qualität aufnehmen. Dabei bleibt aber der Nachteil, dass bei schnellen Bildraten ab 50 FPS nicht der volle Bildausschnitt zur Verfügung steht. Das Bild wird um Faktor 1,5 beschnitten. Dafür kann die Kamera intern N-RAW aufzeichnen, was Einsteiger allerdings nicht brauchen.
Preise und Verfügbarkeit
Die Z5II C wird voraussichtlich ab Mitte Oktober in den Farbvarianten Schwarz und Schwarz-Silber für 1549 Franken oder Euro lieferbar sein. Neben dem nackten Gehäuse gibt es sie in drei Kits mit verschiedenen Objektiven. Die Preise sind momentan wie erwähnt UVPs und daher im Vergleich zu älteren Kameras relativ hoch.
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.
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