
Meinung
Apples Preis-Coup
von Samuel Buchmann

Apple hat ein Budget-MacBook vorgestellt. Das Neo basiert auf einem iPhone-Chip und soll genügend Leistung für Office-Anwendungen bieten.
Mit dem MacBook Neo bringt Apple einen neuen Office-Laptop für den schmalen Geldbeutel auf den Markt. Es ist mit 13 Zoll minimal kleiner als das MacBook Air, hat einen iPhone-Chip verbaut und kostet in der günstigsten Version 579 Franken oder 699 Euro. Gegenüber teureren MacBooks machst du Abstriche bei Leistung und Anschlüssen – aber nicht bei der Verarbeitung.
Damit stösst Apple erstmals ins Preissegment deutlich unter 1000 Franken vor. Das Neo ist das bisher günstigste MacBook und senkt so die Schwelle für den Einstieg ins Ökosystem markant. Es tritt auch gegen erschwingliche Windows-Laptops und das Chromebook an. Diese sind besonders im Bildungsbereich beliebt.
Kern des MacBook Neo ist der A18 Pro. Der Chip stammt ursprünglich aus dem iPhone 16 Pro von 2024. Er hat 6 CPU-Cores und 5 GPU-Cores. Die Leistung liegt ungefähr auf dem Niveau des M1 aus 2020. Damit richtet sich das MacBook Neo an Leute, die ihren Computer hauptsächlich für Webbrowsing und Office-Programme verwenden. Die Akkulaufzeit gibt Apple mit bis zu 16 Stunden Video-Streaming an, zwei Stunden weniger als beim MacBook Air.
Dem tiefen Preis entsprechend gibt es bloss 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM). Mehr lässt sich nicht konfigurieren. Die Basis-SSD von 256 GB kannst du gegen 100 Franken oder Euro Aufpreis auf 512 GB aufstocken. Dann hat die Tastatur auch Touch-ID. Zum Vergleich: Beim neuen MacBook Air sind 16 GB RAM und 512 GB SSD Standard. Es kostet jedoch mindestens 1049 Franken oder 1199 Euro.
Das 13 Zoll grosse LCD-Display bietet die gleiche Bildqualität wie dasjenige des MacBook Air. Seine Auflösung beträgt 2408 × 1506 Pixel, was einer Pixeldichte von 219 Pixel pro Zoll entspricht. Die Hintergrundbeleuchtung ohne Local Dimming errecht eine maximale Helligkeit von 500 Nits. Extern wird bloss ein Display mit 4K-Auflösung und bis zu 60 Hertz unterstützt, immerhin kannst du es parallel zum Laptop-Display betreiben.
Das Design des Neo ist das gleiche wie bei allen anderen MacBooks. Der Budget-Laptop ist trotz der tieferen Leistung etwas dicker (1,27 × 29,75 × 20,64 cm) als das Air (1,13 × 30,41 × 21,5 cm). Mit 1,23 Kilogramm aber genau gleich schwer. In Sachen Materialien und Verarbeitung unterscheidet sich der Aluminium-Unibody nicht von seinen grossen Geschwistern. Als Farben stehen «Silber», «Rosa», «Zitrus» und «Indigo» zur Verfügung.

Abstriche gibt es bei den Anschlüssen: Die zwei USB-C-Buchsen auf der linken Seite unterstützen kein Thunderbolt. Eine davon bietet USB 3 mit 10 Gb/s, die andere nur USB 2 mit 480 Mb/s. Links vorne befindet sich ein Kopfhöreranschluss. MagSafe fehlt, du musst das Neo also über USB-C laden. Beim Wireless-Chip greift Apple nicht zum hauseigenen N1, sondern wohl zu einem älteren Mediatek-Chip. Entsprechend steht nur Wi-Fi 6E zur Verfügung. Wie bei allen neuen MacBooks ist im Lieferumfang kein Netzteil enthalten.
Das MacBook Neo ist ab sofort bestellbar, die Auslieferung startet am 11. März.
Über das MacBook Neo sprechen wir auch in der aktuellen Folge des Angefressen-Podcasts:
Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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